• 27.02.26
  • Aktuelles

Die Rolle der Beauftragten für den Haushalt (§ 9 BHO) in der Digitalisierung

Wir diskutierten das Rollenverständnis und die Zusammenarbeit zwischen Haushalt und Fachbereichen im Kontext agiler IT-Projekte im Workshop in Hannover.

Workshop im Rahmen des Projekts „Für digitaltaugliche Verwaltungsvorschriften von morgen: Mit Beteiligung modernes Recht für die digitale Transformation schaffen

Am Dienstag, den 24. Februar 2026, trafen sich Verwaltungsmitarbeitende und Haushaltsverantwortliche in Hannover. Der Workshop fand im Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung statt. Es war der dritte Workshop im Projekt „Für digitaltaugliche Verwaltungsvorschriften von morgen“. Das Projekt gehört zur föderalen Digitalstrategie des IT-Planungsrats.

Im letzten Workshop ging es um Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Dieses Mal stand ein anderes Thema im Fokus. Es ging um die Beauftragten für den Haushalt nach § 9 BHO.

Das Ziel: Gemeinsam Wege zu finden. Die Haushaltssteuerung soll die digitale Transformation aktiv unterstützen und sicher begleiten.

Im Workshop arbeiteten die Teilnehmenden intensiv heraus, dass der Erfolg von Digitalisierungsprojekten maßgeblich von einer neuen Form der Partnerschaft abhängt.

Dabei wurden folgende zentrale Erkenntnisse und Herausforderungen festgehalten:

  • Rollenverständnis – Gemeinsam gestalten statt nur prüfen: Oft wird die Haushaltsabteilung erst spät als kontrollierende Instanz eingebunden, was zu Reibungen führt. Das gemeinsame Zielbild der Teilnehmenden ist jedoch eine partnerschaftliche Beratung auf Augenhöhe: Haushaltsexpert:innen möchten frühzeitig als strategische Partner unterstützen, um Projekte rechtssicher aufzugleisen.
  • Strukturelle Hemmnisse: Die Diskrepanz zwischen starrer Haushaltslogik und agiler Arbeitsweise führt oft zu „Horror-Szenarien“, in denen Geldfluss und Projektfortschritt entkoppelt sind. Zudem verhindert eine zu späte Einbindung der Haushaltsverantwortlichen rechtzeitige Korrekturen, was oft zu Verzögerungen im Zeitplan führt.
  • Kulturelle Barrieren: Angst vor den Regeln der BHO/LHO und mangelndes Vertrauen zwischen Fachbereichen und Haushalt erschweren die Zusammenarbeit. Es braucht eine Kommunikation auf Augenhöhe statt Hierarchiedenken („Kollegial vor Funktional“).

Die Kernbotschaft des Workshops in Hannover ist deutlich: Weg von der reinen Kontrolle, hin zur Partnerschaft. Um Digitalprojekte zum Erfolg zu führen, benötigt es eine radikal frühere und beratende Einbindung der Haushaltsverantwortlichen, um die Verwaltung zukunftsfähig zu machen.

Alle Erkenntnisse des Projekts werden wir nach Abschluss im Q2/2026 veröffentlichen. Die Ergebnisse fließen direkt in die Arbeit zur Weiterentwicklung der BHO und nachgelagerter Verwaltungsvorschriften ein und werden gegenüber dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) adressiert.

Wir bedanken uns herzlich beim Niedersächsischen Innenministerium für die Gastfreundschaft, der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit für produktive inhaltliche Zusammenarbeit und bei allen Teilnehmenden für die offenen Worte und die konstruktiven Lösungsvorschläge.

Wie geht es weiter? Aktuelle Updates zum Projekt und Informationen zu weiteren Terminen werden wir bald auf unserer Website sowie auf dem Beteiligungsportal des Landes Sachsen-Anhalts veröffentlichen.