Für eine Verwaltungstransformation, die sich rechnet: Das war „Pizza & Verwaltung #1“ zum Thema Digitalrendite
Am 29. April war die Premiere unseres neuen Austauschformats: Gemeinsam mit dem DigitalService des Bundes haben wir zu „Pizza & Verwaltung” eingeladen.

Bei der ersten Ausgabe unseres neuen Austauschformats haben wir gemeinsam mit wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen aus Bundestagsbüros über eine der zentralen Fragen der Verwaltungstransformation gesprochen: Wie funktioniert eine nachhaltige und kosteneffiziente Digitalisierung? Die Grundlage für unseren Austausch lieferte das neue Policy Paper von GovImpact: „Für eine echte Digitalrendite: Nachhaltige Effizienz statt kurzfristiger Sparlogik”.
In GovImpact kombinieren NExT und der DigitalService das Wissen und die Umsetzungspraxis aus Digitalisierungsprojekten unserer Netzwerke. So identifizieren wir systematisch Erfolgsfaktoren guter digitaler Verwaltungsleistungen. Im Rahmen von Workshops und Interviews mit Expert:innen und Praktiker:innen haben wir drei Ansätze identifiziert, wie die Verwaltung versucht, den Herausforderungen der digitalen Verwaltungstransformation gerecht zu werden. Dabei ist klar geworden, dass nur ein Ansatz nachhaltig Kosten einspart und die Verwaltung für Bürger:innen und Unternehmen verbessert: grundlegende Modernisierung statt kurzfristiger technologischer Pflaster. Die vier zentralen Weichenstellungen für eine echte Digitalrendite finden Sie in unserem Two Pager.
Ein Blick in den Maschinenraum der Verwaltung
Nach einer kurzen Begrüßung und dem Kennenlernen startete das Programm mit einem Impuls von den Autor:innen des Papers Ann Cathrin Riedel (NExT e.V.) und Joshua Pacheco (DigitalService). Im Zentrum stand die Erkenntnis, dass weder pauschale Kürzungen noch technologische Einzelmaßnahmen die Handlungsfähigkeit des Staates erhöhen. Der vorgestellte Ansatz einer echte Digitalrendite entsteht ausschließlich durch die grundlegende Modernisierung der staatlichen Wertschöpfungskette. Dafür ist es aber unerlässlich, dass Modernisierungserfolge systematisch sichtbar und messbar machen lassen.
Warum Haushalts- und Rechtslogik Effizienz verhindern können
Einen fachlichen Kommentar aus der Praxis lieferte Laura Kromminga (PD – Berater der öffentlichen Hand). Sie machte deutlich, dass aktuelle Haushaltsstrukturen und rechtliche Rahmenbedingungen Effizienzgewinne häufig eher verhindern als ermöglichen.
Ein zentrales Problem: Kosten und Nutzen digitaler Lösungen entstehen oft auf unterschiedlichen föderalen Ebenen. Während Investitionen zentral erfolgen, profitieren Kommunen oder nachgelagerte Behörden von den Effizienzgewinnen. Klassische Finanzierungs- und Nachnutzungslogiken greifen hier zu kurz und verhindern die Skalierung funktionierender Lösungen.
Austausch auf Augenhöhe und mit Wiederholungsbedarf
Im anschließenden Deep Dive wurde es interaktiv: Die Teilnehmenden aus Bundestagsbüros, Think Tanks und der Zivilgesellschaft brachten ihre eigenen Erfahrungen aus der parlamentarischen Arbeit ein und diskutierten, welche politischen und haushälterischen Hebel notwendig sind, um Digitalvorhaben künftig anders zu steuern. Neben den inhaltlichen Impulsen zeigte sich so schnell ein weiterer großer Mehrwert des Formats: Der offene Austausch zwischen Mitarbeitenden aus verschiedenen MdB-Büros, die im Alltag oft vor ähnlichen Herausforderungen stehen, aber selten die Gelegenheit haben, diese gemeinsam zu reflektieren.
Die Premiere von „Pizza & Verwaltung“ hat gezeigt: Es braucht Räume, in denen politische Praxis, Verwaltungsperspektive und Digitalexpertise zusammenkommen. Das Format soll daher künftig fortgesetzt werden, um weitere Erfolgsfaktoren guter digitaler Verwaltungsleistungen zu präsentieren und diskutieren. Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für die lebhafte Diskussion und freuen uns auf die nächste Runde „Pizza & Verwaltung“.