Community-Manager:innen-Treffen in Berlin

Treffen der Community Manager in Berlin, Bild der Teilnehmer

Austausch mit Community-Manager:innen der öffentlichen Verwaltung

Dabei wurde einmal mehr deutlich, welchen Mehrwert Netzwerkarbeit für die Verwaltung bringt: Durch Vernetzung werden Wissenstransfer, vertrauensvolle Zusammenarbeit und neue Impulse gestärkt. Netzwerke sind ein entscheidender Motor für Austausch, Innovation und gemeinsames Weiterkommen in der digitalen Verwaltungstransformation.

Vielen Dank an Janou Feikens vom Zentrum Digitale Souveränität (ZenDiS), Franziska Harder und Francesca von der KGSt, Marcel-Dennis Mania vom Bundesverwaltungsamt (BVA) sowie an die digital zugeschalteten Kolleg*innen Stefanie Metelmann, Verena Stumpf, Vitus Kellerer und Felix Appel von der BayKommun für die spannenden und gewinnbringenden Gespräche.

Gemeinsam gestalten wir eine vernetzte Verwaltung, die voneinander lernt und gemeinsam wächst.

NExT e.V. und DigitalService starten gemeinsames Projekt „GovImpact“

Logos von: NExT, Digital Service, Stiftung Mercator

Mit dem Ende der Sommerpause fällt der Startschuss für ein neues Projekt, das NExT gemeinsam mit dem DigitalService des Bundes umsetzt: „GovImpact“. Gefördert wird es für zwei Jahre von der Stiftung Mercator.

Ziel des Projekts ist es, die große Umsetzungsexpertise, die in der Verwaltung auf allen föderalen Ebenen vorhanden ist, sichtbar zu machen und für politische Entscheidungsträger:innen nutzbar aufzubereiten. Viele Expert:innen in der Verwaltung wissen sehr genau, wie bestimmte Prozesse funktionieren, warum manches gelingt und warum anderes nicht so läuft wie ursprünglich geplant. Diese Expertise findet sich sowohl im DigitalService des Bundes als auch in den über 5.700 Mitgliedern des NExT-Netzwerks, die sich tagtäglich mit Verwaltungstransformation beschäftigen.

In den kommenden zwei Jahren wird „GovImpact“ diese Erfahrungen bündeln und für zentrale Themen der Verwaltungstransformation aufbereiten. Dabei geht es darum,

  • die Bedeutung relevanter Themen einzuordnen,
  • bestehende Best Practices und Erfolgsindikatoren vorzustellen,
  • Bedingungen zu benennen, die Gelingen ermöglichen oder verhindern,
  • und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik zu entwickeln.

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf der anwendungsorientierten Arbeit. Das Aufschreiben und Verfügbar-Machen von Expertise ist dabei nur der erste Schritt. Ebenso wichtig ist es, Expert:innen und politische Entscheidungsträger:innen in geeigneten Formaten zusammenzubringen. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln, Räume für Fragen zu eröffnen und besseres Verständnis zu ermöglichen. Denn nur in Gesprächen und Diskussionen kann Wissen wirklich effizient weitergegeben werden, gerade wenn es um komplexe und schwer greifbare Themen geht.

Parallel dazu werden die gesammelten Best Practices in geeigneten Formaten veröffentlicht. Auf diese Weise soll sichtbar werden, wie viel in der Verwaltung bereits angestoßen und erfolgreich umgesetzt wurde, häufig abseits der großen Schlagzeilen. Entscheidend ist dabei, nicht nur die Erfolgsbedingungen darzustellen, sondern auch die Faktoren, die Projekte ins Stocken gebracht haben. Beides ist gleichermaßen wichtig, um eine echte Fehlerkultur zu fördern und die Grundlage für einen lernenden Staat zu schaffen.

NExT und DigitalService möchten mit „GovImpact“ eine wichtige Säule in diesem Prozess sein und dazu beitragen, die Verwaltungstransformation in Deutschland voranzubringen. Mit der Stiftung Mercator haben beide Partner dafür einen engagierten Unterstützer an ihrer Seite, der das Projekt in den kommenden zwei Jahren finanziell und inhaltlich begleitet.

Recap der NExT e.V. Herbstkonferenz 2025 in Freiburg im Breisgau

Bild NExT Herbskonferenz 2025

Inspirierende Tage liegen hinter uns! In Freiburg im Breisgau kamen Mitglieder, Partner und Gäste zur diesjährigen NExT Herbstkonferenz zusammen – ein Konferenztag voller spannender Vorträge, lebendiger Diskussionen und drei praxisnaher Workshops, die reichlich Raum für Austausch und neue Impulse boten.

Zu den inhaltlichen Höhepunkten zählten die Eröffnungskeynote von Martin Horn, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg, sowie der Beitrag von Björn Beck, Leiter des InnoLab BW. In der Paneldiskussion zur Modernisierungsagenda diskutierten Björn BeckMarian Schreier (Geschäftsführer GovTech Kommunal), Elisabeth Paul (Landkreistag) und Claudia Straub (Bundesministerium für Staatsmodernisierung und Digitales) über die Weiterentwicklung der Verwaltung – mit Perspektiven aus Bund, Land und Kommune.

Am Nachmittag folgte die Mitgliederversammlung, in der die Weiterentwicklung von NExT mit neuer Struktur und starken Partnern im Mittelpunkt stand.

Ein besonderes Highlight des Tages war der Abschluss: Ein Improtheater des Theater L.U.S.T., dessen Schauspielerinnen sich zuvor unter die Gäste gemischt hatten und die Themen der Konferenz humorvoll in ihr Programm einbauten. Begriffe wie „Deutschlandstack“, „Schriftformerfordernis“ oder „Eiersortiermaschine“ sorgten für Szenen, bei denen gemeinsam Tränen gelacht wurden.

Unser großer Dank gilt allen Teilnehmer:innen, Referent:innen und Gästen – und ganz besonders der Stadt Freiburg, unserem langjährigen institutionellen Mitglied, für die wunderbare Einladung, Ausrichtung und Unterstützung der Konferenz. Freiburg bot mit seiner engagierten Smart-City-Arbeit und seinem großartigen Gastgeberteam den perfekten Rahmen für intensive Diskussionen und wertvolle Begegnungen.

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste NExT Herbstkonferenz!

Startschuss für den InfoSec Impact Award 2026

Info Sec Impact Award Template Startschuss

Nach einem erfolgreichen Auftakt und der Verleihung des InfoSec Impact Awards beim Digitalen Staat im Frühjahr 2025 starten der NExT e.V. und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) jetzt die zweite Runde des InfoSec Impact Awards. Auf der NExT-Herbstkonferenz vergangene Woche haben Ann Cathrin Riedel, Dr. Astrid Schumacher und Melike Geyik den offiziellen Startschuss gegeben.

Ab sofort können Einreichungen bis zum 15. Januar 2026 eingereicht werden. Ausgezeichnet werden erneut innovative Projekte, die zeigen, wie man Informationssicherheit in deutschen Verwaltungen erfolgreich stärken kann.

Informationssicherheit lebt davon, dass wir in einem dynamischen Bedrohungsumfeld immer wieder neue Lösungen finden. Und das geht nur, wenn wir voneinander lernen. Mit diesem Award wollen wir genau das fördern und kreative praxisnahe Ansätze vorstellen und auszeichnen.”, erklärt Dr. Alfred Kranstedt, Vorsitzender des NExT e.V.

Auch Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, unterstreicht die Bedeutung des Wettbewerbs:

Auf dem Weg zur Cybernation Deutschland lautet unser Credo „Cybersicherheit vor Bürokratie“. Der InfoSec Impact Award öffnet die Bühne für innovative Lösungen, die sowohl der angespannten Bedrohungslage im Cyberraum Rechnung tragen als auch pragmatisch Anwendung finden. Daher macht mit und deckt mit Eurer Cybersicherheitslösung den Bedarf im öffentlichen Sektor! Beim ersten InfoSec Impact Award waren es schon über 20 Einreichungen, ich bin überzeugt, dass da noch mehr geht.“

Der Award richtet sich an Behörden, die mit ihren Projekten konkrete Sicherheitslücken erfolgreich geschlossen haben. Bewertet wird nach drei zentralen Kriterien:

  • Wirksamkeit (50 %): Stärkt die Informationssicherheit und schließt ein Defizit.
  • Nachnutzbarkeit (30 %): Lässt sich leicht auf andere Behörden übertragen.
  • Kontinuierliche Verbesserung (20 %): Optimierung nach dem PDCA-Zyklus.

Eine hochkarätige Jury aus IT-Sicherheits-Expert:innen bewertet die Projekte und bringt Perspektiven aus Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ein. Die besten Projekte werden im Sommer 2026 im Rahmen der Public IT Security Konferenz ausgezeichnet und als Best Practices veröffentlicht.

Mehr Infos zum Award und zu den Einreichungsbedingungen gibt es hier:

InfoSec Impact Award

Recap: Das NExT Netzwerk bei der Smart Country Convention 2025

Bild der NExT Teilnehmer bei der Smart Country Convention 2025

Drei intensive Tage liegen hinter uns: Vom 30. September bis 2. Oktober fand in Berlin die Smart Country Convention statt – und auch in diesem Jahr war NExT mit zahlreichen Beiträgen vertreten.

Am Dienstag sprach Theresa Amberger (NExTnetzwerk) auf dem Panel des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gemeinsam mit Prof. Dr. Engel Arkenau (BMLEH)Steffen Hess (Fraunhofer IESE) und André Göbel (FITKO – Föderale IT-Kooperation) zum Thema „Marktplatz Deutschland.Digital – smarte Lösungen für Stadt und Land“. Ebenfalls am Dienstag diskutierte Theresa Amberger zusammen mit Dr. Astrid Schumacher (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – BSI) und Eva-Kristina Hange (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) über die Bedeutung von Vernetzung für die Cyberresilienz. Moderiert wurde die Runde von Melike Geyik (NExTnetzwerk). Am Nachmittag haben wir zu einem Community-Get-together eingeladen – herzlichen Dank an alle, die dabei waren!

Am Mittwoch moderierte Ann Cathrin Riedel (NExTnetzwerk) das Panel „Impulse aus der Praxis – wie der IT-Planungsrat Digitalisierung strategisch gestaltet“ mit Dr. André Göbel (FITKO)Dr. Martin Hagen (Freie Hansestadt Bremen)Claudia Plattner (BSI)Bernd Schlömer (Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt) und Louisa Solonar-Unterasinger (Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation). Abends sprachen Alfred Kranstedt (Informationstechnikzentrum Bund – ITZBund)André Göbel (FITKO) und Melike Geyik (NExTnetzwerk) über „Transformation durch Vernetzung“ und die Kooperation von FITKO und NExT. Über „Wie Verwaltung Demokratievertrauen stärkt“ referierte NExT-Geschäftsführerin Ann Cathrin Riedel in ihrem Vortrag am letzten Tag der SCCON.

Vielen Dank an alle, die bei unseren Programmpunkten dabei waren – für das Interesse, die Gespräche und den gemeinsamen Austausch!

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Smart Country Convention!

NExT e.V. in der Föderalen Digitalstrategie – SPT Digitale Transformation

Template Für digitaltaugliche Verwaltungsvorschriften von morgen

Im Rahmen des Schwerpunktthemas Digitale Transformation der föderalen Digitalstrategie des IT-Planungsrates führt NExT gemeinsam mit den Kolleg:innen des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt (MID) das Projekt „Für digitaltaugliche Verwaltungsvorschriften von morgen: Mit Beteiligung modernes Recht für die digitale Transformation schaffen“ durch.

Ziel des Projektes ist der Abbau von Digitalisierungshemmnissen in der Bundeshaushaltsordnung (BHO). Denn die bestehenden Regelungen der BHO sind bislang nur eingeschränkt digitaltauglich. Gerade in Digitalisierungs- und IT-Projekten wirken Vorgaben wie die aktuellen Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen oft hemmend, da sie nicht agil genug auf die Dynamik solcher Vorhaben reagieren – so eine unserer Arbeitshypothesen.

Wir möchten diese rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die dazugehörigen Handreichungen und Arbeitsanleitungen weiterentwickeln. Dafür sammeln wir die praktischen Erfahrungen von Verwaltungsmitarbeitenden aus Bund, Ländern und Kommunen, analysieren gemeinsam bestehende Hürden und erarbeiten Vorschläge, wie die rechtlichen Grundlagen digitalfreundlicher gestaltet werden können.

Das Projekt umfasst mehrere Online- und Präsenzworkshops, in denen wir:

  • die relevanten Rechtstexte und Handreichungen diskutieren,
  • konkrete Digitalisierungshemmnisse identifizieren,
  • praxisnahe Lösungsvorschläge entwickeln.

Am Ende steht ein praxisorientierter Kommentar zur BHO, der die identifizierten Herausforderungen dokumentiert und Reformvorschläge für Gesetzgeber und die Verwaltungspraxis aufzeigt.

Mit diesem Projekt möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die rechtlichen Grundlagen der Haushaltssteuerung fit für die digitale Transformation zu machen – für eine moderne, agile und zukunftsfähige Verwaltung.

Der erste Workshop des Projektes findet am 19. November von 10:30 bis 14:30 Uhr in Magdeburg statt. Alle weiteren Informationen findest du auf der Veranstaltungsseite sowie auf der Seite des Beteiligungsportals Sachsen-Anhalt.

Mehr zur föderalen Digitalstrategie des IT-Planungsrates sowie zum Schwerpunktthema Digitale Transformation ist auf der Website des IT-Planungsrates zu finden.

NExT-Studie zur Nachnutzung in der öffentlichen Verwaltung

Foto Konferenz Nutzung in der öffentlichen Verwaltung

Nachdem wir im letzten Jahr das Thema Vernetzung und Communities of Practice untersucht haben, widmen wir uns aktuell einem weiteren zentralen Baustein der Verwaltungsmodernisierung: Nachnutzung in der öffentlichen Hand.

Unter Nachnutzung verstehen wir im Rahmen der Studie die gezielte Übernahme, Wiederverwendung oder Mitnutzung bereits entwickelter (digitaler) Lösungen, Methoden, Prozesse, Vorgehensweisen oder Daten durch andere Behörden oder Organisationseinheiten. Dies kann von der vollständigen Übernahme bis zur Adaption einzelner Bestandteile reichen und betrifft nicht nur technische Komponenten (z. B. Software, Schnittstellen, Module), sondern auch organisatorisches Wissen, Dokumentationen, Standardvorgehen oder Best Practices.

Warum wir uns mit Nachnutzung beschäftigen

Die Idee zur Studie entstand unter anderem durch Erkenntnisse unserer letzten Untersuchung: Viele Teilnehmende der NExT-Communities wünschen sich dort vor allem den Austausch über Lösungen, die sie nachnutzen können. Doch der Zugang zu bereits etablierten Lösungen und Best-Practices funktioniert bislang nur eingeschränkt.

Unsere ersten Recherchen zeigen, dass die Landschaft der Austauschplattformen und Marktplätze stark fragmentiert ist, was eine Übersicht über alle vorhandenen Lösungen erschwert. Gleichzeitig entstehen weiterhin Insellösungen und Doppelentwicklungen, wodurch Effizienzpotenziale der Nachnutzung ungenutzt bleiben. Viel zu häufig werden im Förderkontext noch immer Innovationen stärker belohnt als die Wiederverwendung bereits bewährter Ideen (siehe auch Policy Paper der Agora Digitale Transformation). Auch die grundsätzlich gute EfA-Idee (Einer-für-Alle) bei den OZG-Online-Diensten bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Allerdings gibt es aktuelle politische Bestrebungen, die Einheitlichkeit und Verbindlichkeit in der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten zu stärken – ein Signal, dass Nachnutzung mehr Aufmerksamkeit verdient.

Was wir mit der Studie erreichen wollen

Unsere Studie setzt genau hier an und will mehr Wissen über die Nachnutzungspraxis in der Realität schaffen und daraus praxistaugliche Handlungsempfehlungen ableiten.

Konkret verfolgen wir diese Ziele:

  • Begriffliche Schärfung und Förderung einer gemeinsamen Verständigung über Nachnutzung

  • Übersicht über bestehende Nachnutzungs- und Austauschplattformen

  • Status-quo-Erhebung zur aktuellen Nachnutzungs-Praxis

  • Identifikation von Bedarfen und Hindernissen

  • Zielbildentwicklung & Handlungsempfehlungen

 

Unser Vorgehen

In den letzten zwei Monaten führten wir Interviews mit über 30 Expert:innen aus Verwaltungen sämtlicher föderaler Ebenen sowie mit Vertreter:innen öffentlicher und privatwirtschaftlicher Unternehmen. Darunter waren unter anderem Digitalisierungsbeauftragte, Referats- und Abteilungsleiter:innen, Länder-CDOs, Smart-City-Manager:innen, Plattform-Community-Manager:innen, OZG- und FIM-Koordinator:innen sowie Bürgermeister:innen.

Die Interviews liefern uns bereits viele wertvolle Einsichten, die wir derzeit auswerten. Darauf aufbauend entwickeln wir eine Online-Umfrage, die Ende Oktober startet. Ziel ist es, mit einer hohen Fallzahl die Ergebnisse zu validieren und ein breites Bild zur Nachnutzungspraxis zu gewinnen.
Erste Einblicke aus den Interviews:

Schon jetzt zeichnen sich klare Linien ab. Die Idee der Nachnutzung wird von den Befragten grundsätzlich begrüßt, die Praxis zeigt jedoch viele Stolpersteine. Als Chancen werden vor allem Effizienzgewinn durch Arbeitsteilung, einheitliche Lösungen, monetäre Einsparungen, Qualitätssicherung und die bessere Nutzung von Synergien genannt. Ein Nachnutzungsprojekt kann beispielsweise der Auslöser für nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Kommunen oder Behörden sein.

„Wenn wir einfach Dinge nachnutzen und gemeinsam nutzen, dann muss nur einer Energien investieren, der andere kann gewisse Anpassungen machen und es dann direkt übernehmen. Das ist eine Riesenerleichterung und schafft Synergien.“
– Interviewteilnehmer:in

Demgegenüber stehen deutliche Hürden. Genannt wird vor allem der föderale Aufbau, der Insellösungen begünstigt und den Austausch über Ländergrenzen hinweg auch rechtlich erschwert. Hinzu kommen die fehlende Übersicht über bestehende Lösungen, geringe Anreize für den zusätzlichen Aufwand, eigene Entwicklungen bereitzustellen, sowie die verbreitete Haltung, dass lokale Besonderheiten individuelle Lösungen erfordern. Das EfA-Konzept scheitert zudem häufig an seiner organisatorischen Komplexität. Darüber hinaus beziehen sich die Vorgaben zu OZG und EfA ausschließlich auf Online-Dienste, während für Fachverfahren bislang kaum verbindliche Regelungen existieren.

In den Interviews wurde daher wiederholt der Wunsch nach mehr Verbindlichkeit und klaren Standards hervorgehoben. Zugleich zeigen die Erfahrungen, dass sich insbesondere bei EfA-Diensten sowohl die Kostenübernahme durch die Länder als auch eine gezielte Roll-in-Begleitung in den Kommunen bewährt haben. Unverzichtbar bleibt darüber hinaus die Vernetzung, um Lösungen zu identifizieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Wie es weitergeht

Wir haben unsere ersten Eindrücke aus den Interviews bereits in einer Austauschrunde mit ausgewählten NExT-Mitgliedern sowie Vertreter:innen relevanter Institutionen im Kontext der Nachnutzung diskutiert. Nun nutzen wir die nächsten Wochen für eine vertiefte Analyse der Interviews und die Entwicklung der Online-Umfrage. Dabei wollen wir noch genauer untersuchen, welche Erfolgsfaktoren und Hürden den größten Einfluss auf die Nachnutzung haben. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Schritte und natürlich auf eine hohe Beteiligung an der Umfrage im Herbst. Um den Start unserer Umfrage nicht zu verpassen, bleibt auf dem Laufenden, entweder über unseren Newsletter oder auf LinkedIn.

Die Arbeit an dieser Studie wird uns ermöglicht durch den Beschluss des IT-Planungsrats zur Förderung der Kooperation zwischen NExT e. V. und der FITKO.

NExT e.V. stellt sich breiter auf – für eine starke Stimme der Verwaltungstransformation

Bild zur Neuaufstellung der NExT-Geschäftsstelle

Der Vorstand von NExT hat bereits im Frühjahr dieses Jahres beschlossen, die Geschäftsstelle breiter aufzustellen. Ziel ist es, unsere strategischen Anliegen noch wirkungsvoller umzusetzen und die Herausforderungen der Verwaltungstransformation bestmöglich zu begleiten.
Diese Neuaufstellung ist nun abgeschlossen – und sie passt perfekt zu den aktuellen politischen Entwicklungen, insbesondere zur Einrichtung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung.

Künftig wird die NExT-Geschäftsstelle aus drei Säulen bestehen, die gemeinsam von Geschäftsführerin Ann Cathrin Riedel, unterstützt von Isabel Drogan (Assistenz der Geschäftsführung & Teamassistenz), koordiniert werden.

1. Netzwerke & Communities – unser Kerngeschäft

Leitung: Melike Geyik, Lead Netzwerke & Communities

Diese Säule umfasst unsere bewährten Formate wie die Communities of Practice, die Werkstätten und NExT-to-meet-you.
Wie unsere Studie aus dem Frühjahr 2025 gezeigt hat, bieten Netzwerke und Communities of Practice erhebliche Mehrwerte für das Vorankommen der Verwaltungsmodernisierung – und genau daran knüpfen wir an: mit Ausbau, Weiterentwicklung und neuen Impulsen.

2. Research – Wissen schaffen für die Praxis

Leitung: Theresa Amberger, Head of Research

In dieser Säule entwickeln wir Studien und ermitteln, was Verwaltungsmitarbeitende in der digitalen Transformation brauchen – und was sie am Vorankommen hindert.
Unsere Studie zu den Mehrwerten von Netzwerken und Communities, gefördert vom Bundesministerium des Innern und für Heimat war hierfür der Auftakt.
Aktuell widmen wir uns dem Thema Nachnutzung: Warum funktioniert sie? Und warum manchmal nicht? Ziel ist es, Forschungsergebnisse nicht nur praxisnah für die Arbeit der Verwaltungsmitarbeitenden nutzbar zu machen, sondern auch Handlungsempfehlungen für Verwaltung und Politik zu formulieren.

3. Advocacy – die Stimme der Verwaltung stärken

Leitung: Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin, und Stephan Fuhrmann, Lead Advocacy

Hier bringen wir die Anliegen und Expertise der Verwaltungsmitarbeitenden gezielt in den politischen Raum.
Dazu bereiten wir Wissen aus der Praxis auf – von Policy Papern bis hin zu Hintergrundgesprächen – und tragen es an relevante politische Akteur:innen
So sorgen wir dafür, dass die Erfahrung und Ideenvielfalt aus der Verwaltung in die Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen einfließen. Damit wollen wir sicherstellen, dass die Stimmen der Verwaltungsmitarbeitenden gehört werden und dass ihre Expertise ein fester Bestandteil politischer Entscheidungsprozesse wird.

Ein starkes Team für eine starke Mission

Unterstützt wird das Leitungsteam von drei engagierten Werkstudierenden.
Mit dem Einstieg von Melike Geyik ist die Neuaufstellung nun vollständig – und gleichzeitig der Grundstein gelegt für mehr Themenvielfalt, breiteres Engagement und eine noch stärkere Stimme der Verwaltungsmitarbeitenden.

Gastbeitrag: Wie viele Netzwerke braucht die Verwaltungstransformation?

Netzwerke sind ein zentrales Mittel, um die Verwaltung zukunftsfähig zu machen. Kaum einen Vortrag zur Verwaltungsmodernisierung, in dem nicht das Wort „Vernetzung“ fällt. Und in der Tat: Wer sich mit Gleichgesinnten austauscht, bekommt nicht nur neue Impulse, sondern auch konkretere Handlungsperspektiven. Aber bei über 70 identifizierten Netzwerken allein im Bereich Verwaltungstransformation stellt sich die Frage: Kommt man da eigentlich noch zum Arbeiten? Oder sind wir bereits in einer Netzwerkspirale gefangen, die mehr Energie kostet, als sie bringt?

Diese Fragen treiben viele um und sie sind berechtigt. Gleichzeitig helfen plakative Antworten nicht weiter. Es braucht eine differenzierte Auseinandersetzung: Was leisten Netzwerke? Wo liegen die Grenzen? Und wie gelingt ein sinnvoller Umgang mit der wachsenden Zahl an Angeboten?

Wirksamkeit entsteht nicht automatisch

Bei Next e. V. haben wir eine vom Bundesministerium des Innern und für Heimat geförderte Studie umgesetzt, die diesen Fragen systematisch nachgegangen ist. Darin haben wir nicht nur die erwähnten über 70 bestehenden Netzwerke identifiziert und aufgelistet, sondern auch gezeigt: Netzwerke haben nachweisbare Mehrwerte, für Individuen ebenso wie für Organisationen, für kleine Kommunalverwaltungen genauso wie für Bundesbehörden.

Sie dienen der Wissensvermittlung, schaffen Inspiration, geben Orientierung, fördern informellen Austausch und ermöglichen oft erst die praktische Umsetzung von Ideen. Viele berichten, dass sie durch Netzwerke erstmals konkrete Anknüpfungspunkte für eigene Projekte gefunden haben. Andere erleben, dass sie sich im Netzwerk zum ersten Mal überhaupt trauen, Fragen zu stellen oder Zweifel zu äußern. Netzwerke können Ermutigungsräume sein, in denen das sonst so oft mühsame und isolierte Vorankommen in der Verwaltung an Tempo und Richtung gewinnt.

Diese Wirksamkeit entsteht jedoch nicht automatisch. Sie ist nicht die Folge bloßer Mitgliedschaft oder Teilnahme. Sie entsteht durch echte Verbindung, Relevanz und Vertrauen. Genau hier liegt eine der zentralen Herausforderungen.

Denn so unterschiedlich wie die Menschen in der Verwaltung sind, so unterschiedlich sind ihre Bedarfe. Es gibt Kolleg:innen, die sich in große, thematisch breite Netzwerke einbringen, um sich inspirieren zu lassen und ein Gefühl für die große Transformationsbewegung zu bekommen. Andere suchen gezielt den Austausch zu einem hochspezialisierten Thema, sei es der Umbau kommunaler IT-Infrastrukturen, die digitale Personalakte oder die Zusammenarbeit mit Start-ups. Manche brauchen den geschützten Raum unter Verwaltungsbeschäftigten, andere schätzen die gemischten Formate mit Zivilgesellschaft, Wirtschaft oder Politik. Wieder andere profitieren vor allem dann, wenn sie über Monate hinweg gemeinsam mit einer kleinen Gruppe an konkreten Lösungen arbeiten.

Vielfältigere Netzwerke und Freiräume sind notwendig

Das heißt: Nicht jedes Netzwerk muss alles leisten. Im Gegenteil, je klarer ein Netzwerk seine Zielgruppe und seinen Nutzen benennt, desto einfacher wird es für Interessierte, das passende Angebot zu finden. Vielfalt ist kein Problem, solange sie mit Klarheit einhergeht. Was es jedoch braucht, ist eine gewisse Stringenz in der Kommunikation. Wenn Netzwerke ihre Ziele und Angebote nicht transparent darstellen, fällt es schwer, als potenziell Interessierte:r zu entscheiden, ob und warum man sich einbringen sollte.

Gleichzeitig sehen wir auch ein anderes Problem: Es netzwerken immer noch zu wenige. Viele kennen die bestehenden Angebote nicht oder fühlen sich nicht angesprochen. Andere erleben keine Freiräume in ihren Organisationen, um überhaupt an Netzwerkformaten teilnehmen zu können. Wieder andere glauben, dass Netzwerken nicht produktiv sei oder „nichts bringt“. Dabei zeigt unsere Studie klar: Netzwerken ist nicht „nice-to-have“, sondern Teil moderner Verwaltungspraxis. Wer Transformationsprozesse gestalten will, braucht Anschluss – fachlich, methodisch, menschlich.

Deshalb richten sich unsere Handlungsempfehlungen in der Studie auch an unterschiedliche Ebenen: Einzelne können lernen, wie sie den Einstieg ins Netzwerken finden und für sich passende Formate entdecken. Vorgesetzte und Arbeitgeberorganisationen wiederum sind gefordert, Netzwerkarbeit zu ermöglichen, sichtbar zu machen und strukturell zu unterstützen. Denn ohne entsprechende Rahmenbedingungen bleibt Netzwerkarbeit ein Engagement nebenbei – mit entsprechend begrenztem Wirkungspotenzial.

Es braucht viele Netzwerke – aber nicht alle

Und noch eine Frage treibt viele um: Wenn es so viele Netzwerke gibt, wie verhindere ich, mich darin zu verlieren? Auch das ist eine realistische Sorge. Netzwerken macht nicht nur Sinn, es macht oft auch Spaß. Man trifft Gleichgesinnte, erfährt Neues, bekommt Anerkennung. Aber wie so oft im Leben braucht es auch hier Selbstdisziplin. Nicht jede Einladung muss angenommen, nicht jedes Format besucht werden. Entscheidend ist, sich regelmäßig zu fragen: Was bringt mich und meine Arbeit weiter? Wo habe ich den größten Hebel, wo kann ich mich sinnvoll einbringen? Und wann ist es auch mal gut?

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet daher: Es braucht viele Netzwerke – aber nicht für jede:n alle. Wir sollten die Vielfalt an Netzwerken nicht als Problem, sondern als Möglichkeit begreifen. Die Möglichkeit, Menschen auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen. Ihnen zu helfen, Anschluss zu finden. Ihre Rolle in der Transformation neu zu definieren. Und die große Aufgabe der Verwaltungstransformation auf mehr Schultern zu verteilen. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Netzwerke, sondern ihre Zugänglichkeit, ihre Passung und ihre Klarheit im Angebot.

Verwaltungstransformation braucht Community. Nicht nur, weil es alleine oft zu schwer ist. Sondern weil es zusammen besser geht.

Dieser Text erschien zuerst im Tagesspiegel Background Smart City.

Gastbeitrag: Zwischen Gesetz und Wirkung klafft eine digitale Lücke

Ein Gesetz ist noch keine Politik. Gute Politik zeigt sich erst, wenn sie bei Menschen und Unternehmen spürbar wird – wenn sie umgesetzt wird. Dafür braucht es eine Verwaltung, die dem parlamentarischen Willen Leben einhaucht. Doch was passiert, wenn genau das nicht mehr zuverlässig gelingt?

Immer häufiger erleben wir, dass politische Vorhaben nur stark verzögert oder gar nicht realisiert werden. Nicht, weil es am Willen fehlt, sondern weil die Verwaltung überfordert ist bzw. wird. Ein zentrales Problem: Politische Entscheidungen werden getroffen, ohne die technische und prozessuale Umsetzbarkeit ausreichend mitzudenken.

„Die Politik verspricht etwas und der Staat liefert nicht.“

Ein aktuelles Beispiel ist die sogenannte „Mütterrente“. Über die politische Bewertung mag man streiten, aber hier geht es um etwas anderes: Die versprochene Leistung kann nicht wie geplant umgesetzt werden. Der Grund? Der Aufwand für die nötigen technischen Änderungen ist immens. Die Deutsche Rentenversicherung trägt daran keine Schuld – im Gegenteil: Sie hat in den letzten Jahren viel in Digitalisierung investiert. Das Problem liegt darin, dass die Gesetzgebung häufig ohne realistische Einschätzung der Systemarchitektur erfolgt. Es geht zu häufig nur um das „Ob“. Das „Wie“ wird politisch oft vernachlässigt.

Solche Fälle bleiben bei vielen Menschen hängen: Die Politik verspricht etwas und der Staat liefert nicht. Besonders fatal ist das bei Vorhaben, die unmittelbar im Alltag der Menschen wirken – sie entlasten sollen. Das Vertrauen in Staat und Demokratie leidet, wenn Zusagen nicht eingelöst werden.

Auch das Klimageld ist ein Beispiel. Während in Österreich die Auszahlung mehrfach problemlos funktioniert hat, hieß es in Deutschland: „Technisch nicht machbar“. Der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner erklärte, man könne nur 100.000 Überweisungen am Tag tätigen. Gleichzeitig laufen im Bankverkehr Echtzeitüberweisungen längst reibungslos. Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick auf die 200-Euro-Einmalzahlung für Studierende: Hier wurde in wenigen Wochen ein funktionierendes Auszahlungsverfahren aufgebaut (nach einer müßigen politischen Diskussion) – allerdings nicht vom Bund, sondern von Sachsen-Anhalt. Diese Lösung wurde vom Bundesfinanzministerium jedoch nicht übernommen.

„Gesetze müssen als Prozesse gedacht und digital abbildbar sein.“

Ein weiteres Beispiel: die Kindergrundsicherung. Auch hier scheiterte das Vorhaben nicht am politischen Willen, sondern an der Umsetzbarkeit. Die geplante Komplexität machte eine digitale oder auch nur effiziente Abbildung im Verwaltungsvollzug nahezu unmöglich. Die Ankündigung, 5.000 neue Stellen zur Umsetzung zu schaffen – während gleichzeitig über 500.000 Stellen im öffentlichen Dienst unbesetzt sind – machte das Dilemma deutlich. Mehr Geld und Personal reichen nicht, wenn die Prozesse nicht von Anfang an mitgedacht wurden.

Gesetze müssen als Prozesse gedacht und digital abbildbar sein. Es braucht ein digitaltaugliches Recht. Nur so wird Politik wirksam – und Vertrauen erhalten.

Dabei mangelt es nicht an Kompetenz in der Verwaltung. Viele Mitarbeitende wissen sehr genau, wie man Leistungen effizient und rechtssicher umsetzt, wie man Prozesse aufsetzt und IT-Lösungen mit Dienstleistern entwickelt. Doch sie werden zu selten gehört – und meist gar nicht eingebunden.
Wenn demokratisch legitimierte Vorhaben an der Umsetzung scheitern, gefährdet das nicht nur ihre Wirkung. Es gefährdet das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit unseres Staates. Laut einer Studie der Körber-Stiftung haben nur noch 46 Prozent der Menschen großes oder sehr großes Vertrauen in die Demokratie. Laut DBB halten 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger den Staat für überfordert. Der Vertrauensverlust ist real – und er hat strukturelle Ursachen, die auch in der Handlungsfähigkeit des Staates zu suchen sind.

Wer Politik gestalten will, muss Verwaltung mitdenken. Wer Vertrauen erhalten will, muss Umsetzbarkeit sicherstellen. Gute Politik beginnt nicht erst mit der Ankündigung – und endet nicht mit dem Gesetz. Sie zeigt sich erst dann, wenn sie im Alltag der Menschen ankommt. Damit das gelingt, braucht es mehr Realitätssinn, mehr Zusammenarbeit mit der Verwaltung – und den Willen, politische Vorhaben von Anfang an als umsetzbare Prozesse zu denken.

Dieser Text erschien zuerst im Newsletter d.digital der c’t.