• 23.10.26
  • Aktuelles

SCCON 2026: Alles Technik?

Vom 13. Bis 15. Oktober war es wieder so weit: Die Smart Country Convention (SCCON) öffnete ihre Türen. Über 30.000 Teilnehmende, mehr als 650 Aussteller und NExT e. V. war mit dabei. Neben einem NExT-Community-Treffen waren wir mit mehreren Programmpunkten an der SCCON beteiligt. In diesem Jahr haben wir dabei einen klaren Fokus auf Fragen gelegt, die über technische Lösungen hinaus gehen.

 

Workshop: Digitaltaugliches Haushaltsrecht

Wer in der Verwaltung ein Digitalisierungsprojekt umsetzen will, stößt schnell auf das Haushaltsrecht. Viele Regeln der Bundeshaushaltsordnung (BHO) und der nachgelagerten Vorschriften stammen aus einer Zeit, in der Beschaffung und Planung anders funktionierten als heute. Gemeinsam mit dem Ministerium für Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt haben wir deshalb die Rahmenbedingungen und möglichen haushaltsrechtlichen Hemmnisse für Digitalisierungsprojekte untersucht. Unser Projekt ist Teil der Föderalen Digitalstrategie des IT-Planungsrats im Schwerpunktthema „Digitale Transformation“. In Workshops mit Verwaltungsmitarbeitenden aller föderalen Ebenen haben wir herausgearbeitet, wo die bestehenden Rahmenbedingungen die digitale Transformation bremsen und wie sie sich ändern lassen.

Im Workshop „Digitaltaugliches Haushaltsrecht: Rechtliche, organisatorische und kulturelle Hebel zur Anpassung der Rahmenbedingungen an die digitale Transformation“ haben Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin des NExT e. V., und Rebecca Möbius, Advocacy Lead, unsere Ergebnisse vorgestellt. Im Mittelpunkt standen drei Themenfelder:

  • die Haushaltssystematik,
  • die Rolle der Beauftragten für den Haushalt
  • die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen

Danach haben die Teilnehmenden ihre eigenen Erfahrungen eingebracht und diskutiert, welche rechtlichen, organisatorischen und kulturellen Veränderungen Digitalisierungsprojekte in der Praxis wirklich voranbringen würden.

Impulsbeitrag: Digitale Identitäten im Alltag – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Auf der Yellow Stage ging es um ein Thema, ohne das eine digitale Verwaltung nicht funktioniert: Digitale Identitäten. Digitale Verwaltungsangebote sollen den Zugang zum Staat erleichtern, Prozesse beschleunigen und Beschäftigte entlasten. Trotz wichtiger technischer und organisatorischer Fortschritte bleibt die Nutzung Digitaler Identitäten aber hinter den Erwartungen zurück. Viele Nutzende brechen digitale Prozesse ab und gehen doch wieder persönlich zum Amt.

Warum ist das so? Diese Frage haben wir mit vier Expertinnen diskutiert, die die Nutzendenperspektive aus Bund, Ländern und Kommunen kennen:

  • Lisa Henke, Senior Projektleitung mit Schwerpunkt OZG, DigitalAgentur Brandenburg GmbH
  • Sonja Wilczek, Principal User Researcherin, DigitalService Bund
  • Jane Schek, Lead Specialist, Science Group, PD
  • Manuela Haft, User Experience Designerin, IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit

Das Panel hat gezeigt: Ob digitale Angebote genutzt werden, hängt nicht allein von der Technik ab. Es kommt darauf an, wie Menschen sie im Alltag erleben. Die Panelistinnen haben gezeigt, welche Faktoren die Nutzung Digitaler Identitäten beeinflussen und wo Handlungsbedarf besteht.

 

Praxisbeispiele und Handlungsempfehlungen für eine bessere Serviceerfahrung mit der Verwaltung.

NExT-Expertise auf der Bühne

Als Expertin für die Verwaltungstransformation war unsere Geschäftsführerin, Ann Cathrin Riedel, an diversen Diskussionen und Vorträgen beteiligt. Analog zu unseren aktuellen Projekten war sie bei einem Panel zum Themenbereich digitale Kompetenzen für Verwaltungsmitarbeitende, digitale Souveränität und Digitalisierung als Grundpfeiler der Sozialstaatsreform.