NExT e.V. im Behördenspiegel: Projekt zur BHO stößt auf großes Interesse

Der Behördenspiegel hat über das NExT-Projekt zu Digitalisierungshemmnissen in der Bundeshaushaltsordnung berichtet. In einem Interview sprechen Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin von NExT, und Bernd Schlömer, Staatssekretär des Landes Sachsen-Anhalt, über Zielsetzung, bisherigen Projektverlauf und erste Erkenntnisse.

Im Zentrum des Projekts steht die Frage, an welchen Stellen die Bundeshaushaltsordnung (BHO) die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten in der Verwaltung konkret erschwert – und wie diese Hemmnisse identifiziert und praxisnah adressiert werden können. Ziel ist es nicht, abstrakte Regelungen zu kritisieren, sondern reale Probleme aus laufenden Projekten sichtbar zu machen.

Erfolgreicher Auftakt und großes Engagement aus der Verwaltung

Der erste Workshop des Projekts hat bereits in Magdeburg stattgefunden und ist auf sehr großes Interesse gestoßen. Verwaltungsmitarbeitende aus verschiedenen Ebenen und Regionen haben sich intensiv eingebracht – teils mit weiter Anreise. Motivation und Engagement der Teilnehmenden haben eindrucksvoll gezeigt, wie hoch der Bedarf nach einem besseren Zusammenspiel zwischen Haushaltsrecht und digitaler Projektpraxis ist.

Haushaltslogik und Digitalisierung zusammen denken

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, bestehende Verständigungslücken zu überbrücken: Zwischen Haushälter:innen und denjenigen, die Digitalisierungsprojekte planen und umsetzen, fehlt häufig ein gemeinsames Verständnis für die jeweiligen Anforderungen und Zwänge. Diese Lücke soll im Projekt gezielt adressiert werden.

Dazu werden konkrete Fallbeispiele aus der Verwaltungspraxis gesammelt und analysiert. So wird nachvollziehbar, wo Digitalisierungsprojekte ins Stocken geraten und warum. Auf dieser Grundlage sollen realistische und umsetzbare Handlungsempfehlungen entwickelt werden.

Einbindung in die föderale Digitalstrategie

Das Projekt ist Teil der föderalen Digitalstrategie. NExT steht hierzu bereits im Austausch mit dem Bundesministerium der Finanzen, das den bisherigen Projektverlauf wohlwollend begleitet. Der Abschlussbericht wird nach Fertigstellung auch dem Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vorgelegt.

Weitere Workshops: Termine und Anmeldung

Nach dem erfolgreichen Auftakt folgen zwei weitere Workshops:

  • Frankfurt am Main – 4. Februar 2026
  • Hannover – 27. Februar 2026

Eine Teilnahme ist weiterhin möglich.
Bei Fragen zum Projekt oder zur Anmeldung wende dich gerne an Stephan Fuhrmann unter stephan.fuhrmann@next-netz.de, der die Projektleitung innehat

NExT e.V. und DigitalService starten gemeinsames Projekt „GovImpact“

Logos von: NExT, Digital Service, Stiftung Mercator

Mit dem Ende der Sommerpause fällt der Startschuss für ein neues Projekt, das NExT gemeinsam mit dem DigitalService des Bundes umsetzt: „GovImpact“. Gefördert wird es für zwei Jahre von der Stiftung Mercator.

Ziel des Projekts ist es, die große Umsetzungsexpertise, die in der Verwaltung auf allen föderalen Ebenen vorhanden ist, sichtbar zu machen und für politische Entscheidungsträger:innen nutzbar aufzubereiten. Viele Expert:innen in der Verwaltung wissen sehr genau, wie bestimmte Prozesse funktionieren, warum manches gelingt und warum anderes nicht so läuft wie ursprünglich geplant. Diese Expertise findet sich sowohl im DigitalService des Bundes als auch in den über 5.700 Mitgliedern des NExT-Netzwerks, die sich tagtäglich mit Verwaltungstransformation beschäftigen.

In den kommenden zwei Jahren wird „GovImpact“ diese Erfahrungen bündeln und für zentrale Themen der Verwaltungstransformation aufbereiten. Dabei geht es darum,

  • die Bedeutung relevanter Themen einzuordnen,
  • bestehende Best Practices und Erfolgsindikatoren vorzustellen,
  • Bedingungen zu benennen, die Gelingen ermöglichen oder verhindern,
  • und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik zu entwickeln.

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf der anwendungsorientierten Arbeit. Das Aufschreiben und Verfügbar-Machen von Expertise ist dabei nur der erste Schritt. Ebenso wichtig ist es, Expert:innen und politische Entscheidungsträger:innen in geeigneten Formaten zusammenzubringen. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln, Räume für Fragen zu eröffnen und besseres Verständnis zu ermöglichen. Denn nur in Gesprächen und Diskussionen kann Wissen wirklich effizient weitergegeben werden, gerade wenn es um komplexe und schwer greifbare Themen geht.

Parallel dazu werden die gesammelten Best Practices in geeigneten Formaten veröffentlicht. Auf diese Weise soll sichtbar werden, wie viel in der Verwaltung bereits angestoßen und erfolgreich umgesetzt wurde, häufig abseits der großen Schlagzeilen. Entscheidend ist dabei, nicht nur die Erfolgsbedingungen darzustellen, sondern auch die Faktoren, die Projekte ins Stocken gebracht haben. Beides ist gleichermaßen wichtig, um eine echte Fehlerkultur zu fördern und die Grundlage für einen lernenden Staat zu schaffen.

NExT und DigitalService möchten mit „GovImpact“ eine wichtige Säule in diesem Prozess sein und dazu beitragen, die Verwaltungstransformation in Deutschland voranzubringen. Mit der Stiftung Mercator haben beide Partner dafür einen engagierten Unterstützer an ihrer Seite, der das Projekt in den kommenden zwei Jahren finanziell und inhaltlich begleitet.

NExT e.V. in der Föderalen Digitalstrategie – SPT Digitale Transformation

Template Für digitaltaugliche Verwaltungsvorschriften von morgen

Im Rahmen des Schwerpunktthemas Digitale Transformation der föderalen Digitalstrategie des IT-Planungsrates führt NExT gemeinsam mit den Kolleg:innen des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt (MID) das Projekt „Für digitaltaugliche Verwaltungsvorschriften von morgen: Mit Beteiligung modernes Recht für die digitale Transformation schaffen“ durch.

Ziel des Projektes ist der Abbau von Digitalisierungshemmnissen in der Bundeshaushaltsordnung (BHO). Denn die bestehenden Regelungen der BHO sind bislang nur eingeschränkt digitaltauglich. Gerade in Digitalisierungs- und IT-Projekten wirken Vorgaben wie die aktuellen Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen oft hemmend, da sie nicht agil genug auf die Dynamik solcher Vorhaben reagieren – so eine unserer Arbeitshypothesen.

Wir möchten diese rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die dazugehörigen Handreichungen und Arbeitsanleitungen weiterentwickeln. Dafür sammeln wir die praktischen Erfahrungen von Verwaltungsmitarbeitenden aus Bund, Ländern und Kommunen, analysieren gemeinsam bestehende Hürden und erarbeiten Vorschläge, wie die rechtlichen Grundlagen digitalfreundlicher gestaltet werden können.

Das Projekt umfasst mehrere Online- und Präsenzworkshops, in denen wir:

  • die relevanten Rechtstexte und Handreichungen diskutieren,
  • konkrete Digitalisierungshemmnisse identifizieren,
  • praxisnahe Lösungsvorschläge entwickeln.

Am Ende steht ein praxisorientierter Kommentar zur BHO, der die identifizierten Herausforderungen dokumentiert und Reformvorschläge für Gesetzgeber und die Verwaltungspraxis aufzeigt.

Mit diesem Projekt möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die rechtlichen Grundlagen der Haushaltssteuerung fit für die digitale Transformation zu machen – für eine moderne, agile und zukunftsfähige Verwaltung.

Der erste Workshop des Projektes findet am 19. November von 10:30 bis 14:30 Uhr in Magdeburg statt. Alle weiteren Informationen findest du auf der Veranstaltungsseite sowie auf der Seite des Beteiligungsportals Sachsen-Anhalt.

Mehr zur föderalen Digitalstrategie des IT-Planungsrates sowie zum Schwerpunktthema Digitale Transformation ist auf der Website des IT-Planungsrates zu finden.