NExT und RuDi: Gemeinsam digital vernetzt

NExTcommunities bekommen zentrale Dateiablage auf RuDi 

Vernetzung lebt vom Austausch und dieser soll auch über unsere regelmäßigen NExTommunity-Treffen hinaus möglich sein. Deshalb arbeiten NExT und RuDi (RuhrDigital) seit 2024 eng zusammen. Ziel der Kooperation ist es, Mitarbeitenden des öffentlichen Dienstes einen zusätzlichen digitalen Raum für Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit zu bieten.

Unsere NExTcommunities sind auf RuDi jeweils mit eigenen Gruppen vertreten. Damit kann sich unser NExTnetzwerk auch zwischen den regulären NExTcommunity-Treffen und Veranstaltungen miteinander austauschen, Fragen diskutieren und Informationen teilen.

Zentrale Dateiablage für das NExTnetzwerk

Nun bauen wir die Zusammenarbeit mit RuDi weiter aus: Mit einer neuen zentralen Dateiablage steht dem gesamten NExTnetzwerk ein gemeinsamer digitaler Ort zur Verfügung, an dem Dokumente aus den NExTcommunities abgelegt und geteilt werden können.

Damit greifen wir den vielfach geäußerten Wunsch aus unseren NExTcommunities nach einem zentralen Ablageort auf und schaffen zugleich die Möglichkeit, Wissen und Materialien communityübergreifend zu teilen und so Synergien zwischen unseren Communities und Themen zu fördern.

So nutzt du RuDi für NExT

Du möchtest wissen, wie du den NExTcommunity-Gruppen auf RuDi beitrittst, die NExTcommunity-Chats nutzt oder auf das zentrale Laufwerk „NExT-Netzwerk“ zugreifst?

In unserem How To RuDi findest du die wichtigsten Informationen und eine kurze Anleitung zu den für NExT relevanten Funktionen.

How to RuDi

Recap: Das NExT Netzwerk bei der Smart Country Convention 2025

Bild der NExT Teilnehmer bei der Smart Country Convention 2025

Drei intensive Tage liegen hinter uns: Vom 30. September bis 2. Oktober fand in Berlin die Smart Country Convention statt – und auch in diesem Jahr war NExT mit zahlreichen Beiträgen vertreten.

Am Dienstag sprach Theresa Amberger (NExTnetzwerk) auf dem Panel des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gemeinsam mit Prof. Dr. Engel Arkenau (BMLEH)Steffen Hess (Fraunhofer IESE) und André Göbel (FITKO – Föderale IT-Kooperation) zum Thema „Marktplatz Deutschland.Digital – smarte Lösungen für Stadt und Land“. Ebenfalls am Dienstag diskutierte Theresa Amberger zusammen mit Dr. Astrid Schumacher (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – BSI) und Eva-Kristina Hange (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) über die Bedeutung von Vernetzung für die Cyberresilienz. Moderiert wurde die Runde von Melike Geyik (NExTnetzwerk). Am Nachmittag haben wir zu einem Community-Get-together eingeladen – herzlichen Dank an alle, die dabei waren!

Am Mittwoch moderierte Ann Cathrin Riedel (NExTnetzwerk) das Panel „Impulse aus der Praxis – wie der IT-Planungsrat Digitalisierung strategisch gestaltet“ mit Dr. André Göbel (FITKO)Dr. Martin Hagen (Freie Hansestadt Bremen)Claudia Plattner (BSI)Bernd Schlömer (Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt) und Louisa Solonar-Unterasinger (Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation). Abends sprachen Alfred Kranstedt (Informationstechnikzentrum Bund – ITZBund)André Göbel (FITKO) und Melike Geyik (NExTnetzwerk) über „Transformation durch Vernetzung“ und die Kooperation von FITKO und NExT. Über „Wie Verwaltung Demokratievertrauen stärkt“ referierte NExT-Geschäftsführerin Ann Cathrin Riedel in ihrem Vortrag am letzten Tag der SCCON.

Vielen Dank an alle, die bei unseren Programmpunkten dabei waren – für das Interesse, die Gespräche und den gemeinsamen Austausch!

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Smart Country Convention!

Gemeinsam Ergebnisse erarbeiten: ein Muss für die Berechtigung von Communities of Practice? Nicht unbedingt!

In Communities of Practice (CoPs) und anderen Netzwerken der öffentlichen Verwaltung wird häufig gefordert, dass Treffen „ein vorzeigbares Ergebnis“ hervorbringen müssen, etwa in Form von Leitfäden, Konzepten oder Positionspapieren. Dahinter steht oft die Annahme: Ohne greifbares Resultat kein wirklicher Mehrwert.

Unsere Studie „Erfolgsfaktor Community of Practice in der öffentlichen Hand“ zeigt jedoch ein differenziertes Bild:

  • Das gemeinsame Erarbeiten von Ergebnissen ist ein wichtiger, aber nur einer von mehreren Mehrwerten.
  • In der Prioritätenliste der Befragten steht es auf Platz 5 von 8. Wichtiger sind den meisten Wissenstransfer, thematisch passgenauer Austausch und das Knüpfen von Kontakten.
  • Nicht alle möchten oder können sich in ergebnisorientierte Arbeitsprozesse einbringen.
  • Gleichzeitig gibt es eine engagierte Teilgruppe, der dieses Ziel besonders wichtig ist. Deren Energie sollte gezielt genutzt werden.

Warum gemeinsame Arbeitsergebnisse wertvoll sind

Die kollaborative Erstellung von Ergebnissen kann zentrale Impulse für Verwaltung und Transformation geben.

Praxisnahe und hochwertige Ergebnisse

Gemeinsam lassen sich konkrete, anwendungsorientierte Arbeitsergebnisse wie Konzepte, Leitfäden oder Positionspapiere entwickeln, die eine einzelne Person oder Organisationseinheit allein oft nicht in gleicher Qualität oder Geschwindigkeit erreichen könnte.

„Das ist ein Mechanismus, um Lösungen für ganz neue Themen zu entwickeln, um überhaupt zu Lösungen zu kommen. Eine einzelne Organisationseinheit hätte das alleine gar nicht lösen können. Die Dynamik des Netzwerkes hat es geschafft, in relativ kurzer Zeit zu einer Lösung zu kommen.“
– Interview-Teilnehmer:in der Studie „Erfolgsfaktor Community of Practice in der öffentlichen Hand“

Vertretung gemeinsamer Interessen

Eine weitere Motivation, in Netzwerken gemeinsam an Ergebnissen zu arbeiten ist die Möglichkeit, eine starke gemeinsame Plattform zu schaffen. Auf dieser können Positionen formuliert und Argumentationsgrundlagen mit verwaltungsübergreifender Relevanz entwickelt werden, die auch politisch Gehör finden.

Mit dem Positionspapier kann ich jetzt zum Landrat gehen: Ich möchte diese Lösung, weil das mehrere erarbeitet haben.“ – Interview-Teilnehmer:in

Individueller Nutzen und Praxiserfahrung

Teilnehmende profitieren zudem direkt von Lösungen für eigene Probleme, vom interdisziplinären Austausch und vom Zugang zu Materialien, die sonst schwer zu finden wären. Die Aussicht auf unmittelbar anwendbare Ergebnisse steigert zusätzlich die Motivation.

Auf diese Weise kann die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg nebenher Transformationshürden abbauen: Silos werden überwunden, Best Practices ausgetauscht und Kompetenzen gestärkt. In manchen Fällen entstehen daraus längerfristige Kooperationen, etwa zwischen mehreren Kommunen.

Gelingensbedingungen für nachhaltige Ergebnisse

Für eine erfolgreiche ergebnisorientierte Zusammenarbeit in Netzwerken, sind bestimmte Voraussetzungen besonders wichtig:

  • Kleine, fokussierte Gruppen statt großer offener Runden
  • Klare Themenfokussierung mit Bezug zu konkreten Praxisproblemen
  • Stringente Moderation und Projektmanagement über den gesamten Prozess hinweg
  • Zeitliche Freiräume der Beteiligten durch Unterstützung der Arbeitgeber

Fazit

Das gemeinsame Erarbeiten von Ergebnissen ist ein wertvoller, aber nicht allein entscheidender Aspekt von Communities of Practice. Statt ein verpflichtendes Ziel für jedes Treffen zu sein, sollte es eine bewusst gewählte Arbeitsform sein, mit klaren Zielen, motivierten Beteiligten und guter Organisation.
Bei NExTcommunity-Treffen kommen aufgrund der bundesweiten Ausrichtung und des niedrigschwelligen Zugangs häufig größere Gruppen und neue Gesichter zusammen. Daher findet das gemeinsame Erarbeiten von Arbeitsergebnissen gezielt im NExTwerkstatt-Format statt.

Gastbeitrag: Wie viele Netzwerke braucht die Verwaltungstransformation?

Netzwerke sind ein zentrales Mittel, um die Verwaltung zukunftsfähig zu machen. Kaum einen Vortrag zur Verwaltungsmodernisierung, in dem nicht das Wort „Vernetzung“ fällt. Und in der Tat: Wer sich mit Gleichgesinnten austauscht, bekommt nicht nur neue Impulse, sondern auch konkretere Handlungsperspektiven. Aber bei über 70 identifizierten Netzwerken allein im Bereich Verwaltungstransformation stellt sich die Frage: Kommt man da eigentlich noch zum Arbeiten? Oder sind wir bereits in einer Netzwerkspirale gefangen, die mehr Energie kostet, als sie bringt?

Diese Fragen treiben viele um und sie sind berechtigt. Gleichzeitig helfen plakative Antworten nicht weiter. Es braucht eine differenzierte Auseinandersetzung: Was leisten Netzwerke? Wo liegen die Grenzen? Und wie gelingt ein sinnvoller Umgang mit der wachsenden Zahl an Angeboten?

Wirksamkeit entsteht nicht automatisch

Bei Next e. V. haben wir eine vom Bundesministerium des Innern und für Heimat geförderte Studie umgesetzt, die diesen Fragen systematisch nachgegangen ist. Darin haben wir nicht nur die erwähnten über 70 bestehenden Netzwerke identifiziert und aufgelistet, sondern auch gezeigt: Netzwerke haben nachweisbare Mehrwerte, für Individuen ebenso wie für Organisationen, für kleine Kommunalverwaltungen genauso wie für Bundesbehörden.

Sie dienen der Wissensvermittlung, schaffen Inspiration, geben Orientierung, fördern informellen Austausch und ermöglichen oft erst die praktische Umsetzung von Ideen. Viele berichten, dass sie durch Netzwerke erstmals konkrete Anknüpfungspunkte für eigene Projekte gefunden haben. Andere erleben, dass sie sich im Netzwerk zum ersten Mal überhaupt trauen, Fragen zu stellen oder Zweifel zu äußern. Netzwerke können Ermutigungsräume sein, in denen das sonst so oft mühsame und isolierte Vorankommen in der Verwaltung an Tempo und Richtung gewinnt.

Diese Wirksamkeit entsteht jedoch nicht automatisch. Sie ist nicht die Folge bloßer Mitgliedschaft oder Teilnahme. Sie entsteht durch echte Verbindung, Relevanz und Vertrauen. Genau hier liegt eine der zentralen Herausforderungen.

Denn so unterschiedlich wie die Menschen in der Verwaltung sind, so unterschiedlich sind ihre Bedarfe. Es gibt Kolleg:innen, die sich in große, thematisch breite Netzwerke einbringen, um sich inspirieren zu lassen und ein Gefühl für die große Transformationsbewegung zu bekommen. Andere suchen gezielt den Austausch zu einem hochspezialisierten Thema, sei es der Umbau kommunaler IT-Infrastrukturen, die digitale Personalakte oder die Zusammenarbeit mit Start-ups. Manche brauchen den geschützten Raum unter Verwaltungsbeschäftigten, andere schätzen die gemischten Formate mit Zivilgesellschaft, Wirtschaft oder Politik. Wieder andere profitieren vor allem dann, wenn sie über Monate hinweg gemeinsam mit einer kleinen Gruppe an konkreten Lösungen arbeiten.

Vielfältigere Netzwerke und Freiräume sind notwendig

Das heißt: Nicht jedes Netzwerk muss alles leisten. Im Gegenteil, je klarer ein Netzwerk seine Zielgruppe und seinen Nutzen benennt, desto einfacher wird es für Interessierte, das passende Angebot zu finden. Vielfalt ist kein Problem, solange sie mit Klarheit einhergeht. Was es jedoch braucht, ist eine gewisse Stringenz in der Kommunikation. Wenn Netzwerke ihre Ziele und Angebote nicht transparent darstellen, fällt es schwer, als potenziell Interessierte:r zu entscheiden, ob und warum man sich einbringen sollte.

Gleichzeitig sehen wir auch ein anderes Problem: Es netzwerken immer noch zu wenige. Viele kennen die bestehenden Angebote nicht oder fühlen sich nicht angesprochen. Andere erleben keine Freiräume in ihren Organisationen, um überhaupt an Netzwerkformaten teilnehmen zu können. Wieder andere glauben, dass Netzwerken nicht produktiv sei oder „nichts bringt“. Dabei zeigt unsere Studie klar: Netzwerken ist nicht „nice-to-have“, sondern Teil moderner Verwaltungspraxis. Wer Transformationsprozesse gestalten will, braucht Anschluss – fachlich, methodisch, menschlich.

Deshalb richten sich unsere Handlungsempfehlungen in der Studie auch an unterschiedliche Ebenen: Einzelne können lernen, wie sie den Einstieg ins Netzwerken finden und für sich passende Formate entdecken. Vorgesetzte und Arbeitgeberorganisationen wiederum sind gefordert, Netzwerkarbeit zu ermöglichen, sichtbar zu machen und strukturell zu unterstützen. Denn ohne entsprechende Rahmenbedingungen bleibt Netzwerkarbeit ein Engagement nebenbei – mit entsprechend begrenztem Wirkungspotenzial.

Es braucht viele Netzwerke – aber nicht alle

Und noch eine Frage treibt viele um: Wenn es so viele Netzwerke gibt, wie verhindere ich, mich darin zu verlieren? Auch das ist eine realistische Sorge. Netzwerken macht nicht nur Sinn, es macht oft auch Spaß. Man trifft Gleichgesinnte, erfährt Neues, bekommt Anerkennung. Aber wie so oft im Leben braucht es auch hier Selbstdisziplin. Nicht jede Einladung muss angenommen, nicht jedes Format besucht werden. Entscheidend ist, sich regelmäßig zu fragen: Was bringt mich und meine Arbeit weiter? Wo habe ich den größten Hebel, wo kann ich mich sinnvoll einbringen? Und wann ist es auch mal gut?

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet daher: Es braucht viele Netzwerke – aber nicht für jede:n alle. Wir sollten die Vielfalt an Netzwerken nicht als Problem, sondern als Möglichkeit begreifen. Die Möglichkeit, Menschen auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen. Ihnen zu helfen, Anschluss zu finden. Ihre Rolle in der Transformation neu zu definieren. Und die große Aufgabe der Verwaltungstransformation auf mehr Schultern zu verteilen. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Netzwerke, sondern ihre Zugänglichkeit, ihre Passung und ihre Klarheit im Angebot.

Verwaltungstransformation braucht Community. Nicht nur, weil es alleine oft zu schwer ist. Sondern weil es zusammen besser geht.

Dieser Text erschien zuerst im Tagesspiegel Background Smart City.

Vielfältige Impulse direkt aus der Praxis: So war das erste „NExT-to-meet-you“

Am 15.05.2025 fand zum ersten Mal unser neues Veranstaltungsformat „NExT-to-meet-you“ statt. Unter dem Motto „Impulse aus der Verwaltung für die Verwaltung“ kamen über 200 Mitarbeitende aus Bund, Ländern und Kommunen auf unserer digitalen Veranstaltungsplattform HyHyve zusammen, um voneinander zu lernen, sich auszutauschen und gemeinsam die digitale Transformation voranzutreiben.

Charmant und professionell begleitet wurde die Veranstaltung vom Moderationsteam Jan Klumb (Stadt Wiesbaden) und Helena Walbröhl (BaFin). Den Auftakt machte Silke Deppmeyer (Exekutivdirektorin des Geschäftsbereichs Innere Verwaltung der BaFin) mit ihrer Keynote „Die Verwaltung von morgen – Kontinuierlich lernen, kommunizieren, digitalisieren und nachhaltig gestalten“. Hier betonte sie, wie wichtig es ist, die vier Säulen des Formats – Kompetenz, Kommunikation, Technologie und Nachhaltigkeit – als ganzheitliches Transformationsfundament zu begreifen. Ihre zentrale Botschaft: Wir alle können aktiv zur Veränderung beitragen – Vernetzung spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Anschließend starteten die ersten inhaltlichen Sessions:

Josephine Bernickel (BMI) sprach mit den Teilnehmenden darüber, wie Veränderungsprozesse in Behörden erfolgreich gestaltet werden können. Gemeinsam wurden zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert und hilfreiche Anwendungen für das Veränderungsmanagement vorgestellt. Die Ergebnisse der Session von Josephine sind hier wiederzufinden.

Christoph Hunkirchen (BaFin) und Tjun Long Mok (SK Hamburg) stellten in ihrer Session die RPA-Modelle ihrer jeweiligen Behörden vor. Dabei erläuterten sie, wie RPA-Modelle die Arbeit effizienter gestalten und wie sie in der eigenen Behörde eingeführt werden können. Die Präsentation der beiden zu den RPA-Modellen gibt es hier.

 

 

Nach der ersten Sessionrunde folgte die spannende Keynote von Anna-Karina Elbert (Leiterin des Büros der Bundeswahlleiterin) in Vertretung von Dr. Ruth Brand (Bundeswahlleiterin). Im Mittelpunkt stand die vorgezogene Neuwahl im Februar 2025. Hier beleuchtete sie sowohl die damit verbundenen Herausforderungen als auch technologische Perspektiven für die zukünftige Durchführung bundesweiter Wahlen.

Austausch, Vernetzung und Bingo

 

Ein besonderes Highlight bildete die anschließende interaktive Netzwerk-Runde, die spielerisch gestaltet war: Mithilfe des „NExT-Verwaltungsbingos“ kamen die Teilnehmenden auf unterhaltsame Weise miteinander ins Gespräch – etwa, indem sie Personen suchten, die erklären konnten, wofür „NOOTS“ steht oder aktuell an der Umsetzung einer OZG-Leistung arbeiten. Dieses Format förderte die informelle Vernetzung und zeigte einmal mehr, wie vielfältig die Verwaltung bereits aufgestellt ist.

Nach der Vernetzungszeit folge die zweite Sessionrunde.

Janou Feikens & Lea Beiermann (beide ZenDiS) sowie Nicolai Ridani (DigitalService) diskutierten, wie Open-Source-Software in der Verwaltung sinnvoll entwickelt oder eingeführt werden kann. Es wurde erarbeitet, welche Erfolgsfaktoren bei der Eigenentwicklung zu beachten sind und wie bestehende Lösungen strategisch ausgewählt werden können. Die Impulse und Methoden aus der Session zur Entwicklung der Open-Source-Software in der Verwaltung sind hier zu finden.

Martina Nolte (Stadt Mönchengladbach) lud in ihrer Session dazu ein, Serendipität – also den glücklichen Zufall – als Innovationstreiber in Projekten zu erkennen und aktiv zu nutzen. Gemeinsam wurde überlegt, wie unerwartete Entdeckungen gezielt gefördert werden können und welche Rahmenbedingungen dafür hilfreich sind. Die Ergebnisse der Session von Martina gibt es hier.

NExT e.V. und BSI verleihen erstmalig den InfoSec Impact Award

Bild der Gewinner des InfoSec Impact Award 2025

Berlin, 18. März 2025 – Am 18. März 2025 wurden im Rahmen der Fachkonferenz „Digitaler Staat“ erstmals die Gewinner:innen des InfoSec Impact Awards von NExT e.V. und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geehrt. Dieser neue Preis zielt darauf ab, die IT-Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung gezielt zu fördern. Gewürdigt werden dabei herausragende, in der Verwaltung entwickelte, und für andere nachnutzbare Sicherheitslösungen, die dazu beitragen, Informationssicherheitslücken zu schließen und somit als Vorbilder für andere Institutionen dienen können.

 

„Diese Projekte zeigen, wie durch innovative IT-Sicherheitslösungen in der Verwaltung der digitale Wandel sicher und nachhaltig vorangetrieben werden kann. Die ausgezeichneten Lösungen setzen neue Maßstäbe und sollten als Vorbild dienen.“ erklärt Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin des NExT e.V.

„Wirkungsvolle Lösungen mit echtem Effekt auf die Cybersicherheit erhöhen die Resilienz der öffentlichen Verwaltung! Der erste InfoSec Impact Award kürt Gewinnerlösungen, die genau das leisten können. Ich freue mich ungemein, dass die erstmalige Ausschreibung des Awards so tollen Zuspruch erfahren hat und wir nun erstmalig diesen Preis vergeben können. Damit rücken wir Informationssicherheit ins Rampenlicht und schaffen einen unmittelbaren Mehrwert für den öffentlichen Sektor in Deutschland!“, sagt Dr. Astrid Schumacher, Fachbereichtsleiterin im BSI, Vorstandsmitglied bei NExT und Co-Initiatorin des Preises.

„Die große Resonanz freut uns sehr und bestätigt die Wichtigkeit, innovative IT-Sicherheitslösungen sichtbarer zu machen. Wir wollen damit Wirkung und Nutzen verstärken und unsere engagierten Mitarbeiter:innen tatkräftig fördern“, betont Yvonne Balzer, Mitglied der Geschäftsleitung der PD, Vorstandsmitglied bei NExT und Co-Initiatorin des Preises.

Die feierliche Preisverleihung zeichnete drei Projekte aus, die durch ihre innovative Herangehensweise und die nachhaltige Verbesserung der Sicherheitsinfrastruktur hervortraten.

2. Platz InfoSec Impact Award 2025

Der 1. Platz ging an das Projekt Heartbeat Emergency Server von der TU Darmstadt (TUDa), das von Jochen Becker, Leiter des TUDa-CERT und stellvertretendem CISO der Universität, verantwortet wird. Heartbeat ermöglicht innerhalb kürzester Zeit die Bereitstellung alternativer Kommunikationswege und eines grundlegenden Identity & Access Managements (IAM) für Institutionen, um so nicht nur die Resilienz zu stärken, sondern auch nach einem IT-Notfall schnell wieder handlungsfähig zu sein. Besonders hervorzuheben ist der dezentral durchführbare Verifikationsprozess, der es ermöglicht, Nutzende nach einer festgelegten Priorisierung sicher zu identifizieren und freizugeben. So wird das Unterwandern des Kommunikationssystems durch Angreifende verhindert. (von links: Rainer Schwebel, Mau Nguyen, Pascal Widera, Dr.-Ing. Johannes Braun (CISO), Jochen Becker (Leiter CERT, stv. CISO), Tanja Bollinger)

 

3. Platz InfoSec Impact Award 2025

Auf dem 2. Platz landete das Projekt ISM Bot der Bundesagentur für Arbeit. Lars Kukuk, Bereichsleiter für Informationssicherheit, verantwortete diese wegweisende KI-Lösung, die das Wissen innerhalb der Informationssicherheitsorganisation der BA intelligent vernetzt und in Sekundenschnelle verfügbar macht. Der ISM Bot unterstützt die Sicherheitsorganisation der BA im PKI-Support, bei Anfragen zur Informationssicherheit oder bei der automatisierten Erstellung von E-Mail-Antworten , wodurch die Effizienz erheblich gesteigert wird. Das System nutzt Open-Source-Komponenten und bietet präzise Antworten, die mit den entsprechenden Quellen verknüpft sind, was die Nachvollziehbarkeit und Effizienz der Arbeit deutlich erhöht. (Lars Kukuk, Geschäftsbereich Informationstechnologie und Digitale Prozesse, Bereichsleiter ISM)

 

3. PlatzInfoSec Impact Award 2025

Den 3. Platz sicherte sich das Projekt GA-Lotse aus Frankfurt am Main, das eine neuartige Open-Source-Anwendungsplattform für den Öffentlichen Gesundheitsdienst darstellt. Verantwortlich für das Projekt sind PD Dr. Peter Tinnemann, Amtsleiter, Stefanie Kaulich, Gesamtverantwortliche und Abteilungsleitung und Bianca Kastl als Product Owner. Der GA-Lotse ist eine neuartige Anwendungsplattform für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die auf einer Zero Trust Sicherheitsarchitektur basiert und nach den Prinzipien Security by Design und Privacy by Design entwickelt wurde. Die modular aufgebaute Lösung umfasst Fachmodule wie die Einschulungsuntersuchung, Hygieneüberwachung und den Infektionsschutz und kann sowohl cloud-native als auch in On-Premises-Umgebungen betrieben werden. Als Open-Source-Software konzipiert, ermöglicht GA-Lotse eine flexible Nachnutzung in anderen Verwaltungen und wird aus Mitteln der EU (NextGenerationEU) gefördert. (oben: PD Dr. Peter Tinnemann & Stefanie Kaulich; unten: Bianca Kastl & Beate Tomann)

Die Jury, die die Preisträger:innen auswählte, bestand aus Expert:innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. In der Jury waren Jürgen Renfer (NExT e.V.), Dr. Astrid Schumacher (BSI), Silke Tessmann-Storch (dataport), René Seydel (PD), Prof. Dr. Claudia Eckert (TU München), Manuel ‚HonkHase‘ Atug (KRITIS-Experte) und Dr. Christian Horn (ISB des Auswärtigen Amts).

Mit dieser Preisverleihung wird das Engagement für innovative und nachhaltige IT-Sicherheitslösungen in der Verwaltung anerkannt und gefördert. Die ausgezeichneten Projekte setzen neue Maßstäbe für die digitale Resilienz und die Sicherheit öffentlicher Institutionen. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner:innen!

Titelfoto: © BS/Bildschön

Netzwerken als Erfolgsfaktor für die digitale Transformation der Verwaltung

Warum Netzwerken?
Die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung ist mehr als eine technische Herausforderung – sie erfordert Zusammenarbeit, Wissenstransfer und den gemeinsamen Austausch von Erfahrungen. Netzwerke spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sie bringen Menschen zusammen, fördern Innovation und erleichtern den Wissenstransfer über Verwaltungsgrenzen hinweg.

 

Doch Netzwerken auch während der Arbeitszeit?

Unsere Antwort: Ja, unbedingt!

Damit ihr diesen Mehrwert auch gegenüber Kolleg:innen und Vorgesetzten verdeutlichen könnt, haben wir einen kompakten One-Pager erstellt. Dieser zeigt auf, warum Netzwerkarbeit ein wichtiger Bestandteil der Verwaltungsmodernisierung ist – und wie sie die digitale Transformation beschleunigt.

Unser Vorstandsvorsitzender Dr. Alfred Kranstedt und unser Schirmherr Dr. Markus Richter, Staatssekretär im BMI & CIO Bund, stehen hinter diesem Ansatz und unterstützen euer Engagement bei NExT e.V.

Hier den Onepager direkt herunterladen