Creative Bureaucracy Festival 2026: Zivielgesellschaft trifft Staatsmodernisierung
Das Creative Bureaucracy Festival bringt seit 2018 Menschen aus dem gesamten Verwaltungskosmus zusammen: von Verwaltungsmitarbeitenden über Expert:innen aus der Wissenschaft bis hin zu Vordenker:innen aus NGOs. In diesem Jahr war NExT als Teil des Bündnisses für Staatsreform mit gleich drei Veranstaltungen am Programm beteiligt: einem Get-Together, einem Workshop und einem Panel.

Dabei hatten wir eine klare Leitfrage, die wir in allen drei Formaten von unterschiedlichen Seiten beleuchtet haben: Was kann die Staatsmodernisierung für die Zivilgesellschaft tun? Und die Resonanz war überwältigend. Jedes Format war fast bis zum letzten Platz besucht. Ein klares Zeichen dafür, dass eine zivilgesellschaftliche Perspektive auf Staatsmodernisierung viele Menschen.
Was steckt hinter dem Bündnis für Staatsreform?
Das Bündnis für Staatsreform ist eine gemeinsame Initiative der Agora DigitaleTransformation, ProjectTogether (Re:Form) und NExT. Gemeinsam sind wir davon überzeugt, dass die entscheidende Frage ihm Rahmen der Staatsmodernisierung nicht ist, ob wir mehr oder weniger Verwaltung brauchen, sondern wie Staat und Verwaltung Gemeinwohl fördern und demokratisches Vertrauen stärken können. Um diese Frage zu beantworten, fehlt eine Perspektive in der aktuellen Debatte aber komplett: die der Zivilgesellschaft. Diese Lücke wollen wir mit dem Bündnis für Staatsreform schließen. Als überparteiliches Bündnis werden wir seit Herbst 2025 von der Stiftung Mercator gefördert.
Get-Together: Gemeinsam mehr erreichen
Für uns begann der Festival-Tag mit einem Get-Together, um zivilgesellschaftliche Stimmen untereinander stärker zu vernetzen. Denn wir haben in unseren Gesprächen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen schon früh gemerkt, dass zwar alle eine Perspektive und konkrete Vorschläge für die Staatsmodernisierunghaben, die Interessenbündelung für eine effektive Kommunikation gegenüber der Politik aber noch ausbaufähig ist. Deshalb sind wir nach einer Vorstellung des Bündnisses für Staatsreform, unserer Zielsetzung sowie einem Impuls des Festivaldirektors Bernd Fesel direkt in den offenen Austausch beim Netzwerk-Bingo eingestiegen
Workshop: Reform für wen und wie erreichen wir Gehör in Verwaltung und Politik?

Der Workshop vertiefte und strukturierte die Debatte aus dem Get-Together mit zwei pointierten diese Impulse am effektivsten Gehör in Verwaltung und Politik finden? Das Format bot Raum für tiefgreifende Diskussion und Ausarbeitung. Der Workshop machte greifbar, was möglich ist, wenn Zivilgesellschaft nicht nur kommentiert, sondern aktiv mitgestaltet. Statt vieler Einzelmaßnahmen braucht es klare Visionen, transparente Strategien und eine stärkere Einbindung zivilgesellschaftlicher Perspektiven in politische Entscheidungsprozesse.
Panel: Die Staatsmodernisierung braucht Visionen
Schon zu Beginn des Bündnisses für Staatsreform konnten wir einen zentralen Aspekt für eine gelingende Staatsmodernisierung herausarbeiten, der sich auch im Get-Together und dem Workshop nochmal bestätigt hat: Es braucht klare, messbare Visionen. Einzelmaßnahmen reichen schlichtweg nicht aus. Ganz in diesem Sinne haben wir unter dem Motto “Deutschland 2030: Stell dir vor, der Staat ist modernisiert” spannende Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft für einen Impulsvorträge eingeladen:
- Anne Brorhilker (Vorständin, Bürgerbewegung Finanzwende e.V.) beleuchtete, was ein reformierter Staat für Steuergerechtigkeit bedeuten könnte. Ein Kernanliegen: Stärker auf spezialisiertes Personal setzen, um effektiver Steuerbetrug zu bekämpfen.
- Sascha Müller-Kraenner (Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe e.V.) skizzierte, welche Handlungsspielräume ein effizienter Staat in der Umweltpolitik eröffnet. Dabei legte er sein Augenmerk auf ein Anliegen, das viele nicht von einem Umweltschützer erwartet hätten: Wir brauchen schnellere Genehmigungsverfahren – in allen Belangen.
- Maike Wittmann (Projektmanagerin, Zentrum für neue Sozialpolitik) sprach über die sozialpolitischen Möglichkeiten für ein handlungsfähigen Gemeinwesens. Zentral war in ihrem Input das Thema Vertrauen, um Verwaltungsaufwand zu reduzieren.
- Timo Lange (Kampagnenleiter, LobbyControl) stellte die Frage nach echter demokratischer Beteiligung und Transparenz.

Moderiert wurde das Panel von Markus Leick, Lead des Bündnisses für Staatsreform. Die Impulse machten eines deutlich: Ein reformierter Staat ist kein Selbstzweck. Er ist die Grundlage dafür, dass Umweltschutz wirksam ist, soziale Gerechtigkeit gelebt wird, Beteiligung funktioniert und Bürger:innen dem Staat wieder stärker vertrauen.