• 02.06.26
  • Aktuelles

Das war der Global Accessibility Awareness Day 2026 bei NExT

Am 21. Mai 2026 fand anlässlich des Global Accessibility Awareness Day unsere Veranstaltung „Digitale Barrierefreiheit in der öffentlichen Verwaltung“ statt, bei der Teilnehmende aus Bund, Ländern und Kommunen im digitalen Raum zusammenkamen, um zentrale Fragen der barrierefreien Gestaltung öffentlicher digitaler Angebote zu diskutieren.

Im Mittelpunkt stand dabei die Bedeutung digitaler Barrierefreiheit als grundlegende Voraussetzung für Teilhabe, Chancengleichheit und eine zukunftsfähige Verwaltung. Deutlich wurde: Barrierefreiheit betrifft weit mehr als einzelne Webseiten. Sie umfasst sämtliche digitale Verwaltungsangebote: von Online-Diensten über Intranets bis hin zu Fachverfahren und der digitalen Arbeitsumgebung.

Gleichzeitig wurde herausgearbeitet, dass zwischen gesetzlichen Anforderungen und der praktischen Umsetzung weiterhin Herausforderungen bestehen. Die Veranstaltung bot daher Raum, diese Spannungsfelder sichtbar zu machen und gemeinsam über praktische Lösungsansätze zu sprechen.

Impulse, Perspektiven und Austausch

Den Auftakt gestaltete Dr. Alfred Kranstedt, Direktor des ITZBund und Vorstandsvorsitzender von NExT, mit einer Begrüßung. Im Anschluss folgte ein fachlicher Impulsvortrag von Daniel Felsch und Marc Dottermann vom ITZBund, zugleich Community-Leitung der NExT-Community „Barrierefreiheit-Tests“.

Anhand von Praxisbeispielen zeigten sie den Teilnehmenden, wie sich Barrierefreiheit konkret überprüfen lässt. Sowohl automatisierte als auch manuelle Barrierefreiheitstests spielen hierbei eine Rolle und liefern einen Mehrwert, um die Qualität digitaler Angebote zu erhöhen. Außerdem erhielten die Teilnehmenden ein „Cheat Sheet“ an die Hand, auf dem praktische Lösungsansätze nahegelegt werden, die bei der Gestaltung von barrierefreien Webseiten beachtet werden sollten.

Einen weiteren Impuls gab Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten, hessische Landesbeauftragte für barrierefreie IT. Sie zeigte auf, vor welchen Herausforderungen die Umsetzung digitaler Barrierefreiheit steht.

Neben fehlendem Bewusstsein und einer oftmals zu geringen Priorisierung spielen insbesondere organisatorische Prozesse, fehlendes Fachwissen sowie begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig wies sie darauf hin, wie wichtig es ist, digitale Barrierefreiheit von Beginn an in den gesamten Lebenszyklus digitaler Lösungen zu integrieren: von der Planung über die Entwicklung bis hin zum Betrieb und zur Weiterentwicklung.

Über die inhaltlichen Beiträge hinaus stand der Austausch zwischen den Teilnehmenden im Vordergrund. In unserem Speed Dating wurde der Dialog genutzt, um miteinander über Digitale Barrierefreiheit ins Gespräch zu kommen.

Der anschließende Workshop mit Marion Couesnon (Digital Service) bot den Teilnehmenden einen Einblick in die praktische Umsetzung digitaler Barrierefreiheit. Anhand verschiedener Personas versetzten sie sich in die Perspektive von Menschen mit unterschiedlichen Anforderungen und analysierten eine Webanwendung auf mögliche Barrieren. Die Gegenüberstellung mit einer barrierefrei gestalteten Anwendung verdeutlichte, wie durch eine nutzerzentrierte Gestaltung digitale Angebote für alle Menschen zugänglicher werden können. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden Hinweise zu Testmöglichkeiten für die Prüfung digitaler Barrierefreiheit.

Gemeinsamer Blick nach vorn

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass digitale Barrierefreiheit ein gemeinsamer Gestaltungsauftrag für eine inklusive öffentliche Verwaltung ist. Dabei wurde deutlich, an welchen Stellschrauben angesetzt werden muss, damit die Umsetzung gelingen kann.

Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden herzlich für ihre Beiträge, Impulse und den offenen Austausch und freuen uns darauf, die Diskussion zur digitalen Barrierefreiheit gemeinsam weiterzuführen.